atikanum II. Die Feier des Messopfers ist das Zentrum des priesterlichen Dienstes

#1 von traudel ( Gast ) , 08.02.2016 23:43

Vatikanum II. Die Feier des Messopfers ist das Zentrum des priesterlichen Dienstes

Die Konzilsväter lehren mit Thomas von Aquin: Auf die Feier des Messopfers ist alles Tun und Wirken der Kirche ausgerichtet. Artikel 5 des Priesterdekretes „Presbyterorum Ordinis“.
Erstellt von Gero P. Weishaupt am 6. Februar 2016 um 13:05 Uhr


Alte Messe in St. Leonhard, Leonberg i.d. Oberpfalz
Einleitung von Gero P. Weishaupt:

Der 5. Artikel im Priesterdekret Presbyterorum Ordinis des Zweiten Vatikanischen Konzils richtet das Augenmerk auf den Heiligungsdienst der Priester, das nach der Lehre des Konzils gemäß der Tradition der Inhalt des priesterlichen Amts im engeren Sinne ist. Durch die in der Weihe vermittelte besondere Teilhabe am Priestertum Christi feiern die Priester „die heiligen Geheimnisse als Diener dessen…, der sein priesterliches Amt durch seinen Geist allezeit für uns in der Liturgie ausübt“. Nach einem Wort des heiligen Ignatius von Antiochien, den die Konzilsväter im Text erwähnen und in einer Fußnote zitieren, stehen die Priester besonders beim Vollzug der Sakramente in Verbundenheit mit ihrem Bischof, „und machen ihn so in den einzelnen Gemeinden der Gläubigen gewissermaßen gegenwärtig“.

Thomas von Aquin
Besonders üben die Priester ihren Heiligungsdienst in der Feier des heiligen Messopfers (Eucharistie) aus. Auf die Feier des Messopfers ist alles in der Kirche ausgerichtet, von ihm geht alles Wirken der Kirche aus. In diesem Zusammenhang berufen sich die Konzilsväter auf den heiligen Thomas von Aquin, der in seiner Summa Theologiae schreibt: „Die Eucharistie ist gleichsam die Vollendung des geistlichen Lebens (quasi consummatio spiritualis vitae) und das Ziel aller Sakramente (omnium sacramentorum finis) (Thomas, Summa Theol.) „Die Heiligste Eucharistie enthält ja das Heilsgut der Kirche in seiner ganzen Fülle, Christus selbst, unser Osterlamm und das lebendige Brot. Durch sein Fleisch, das durch den Heiligen Geist lebt und Leben schafft, spendet er den Menschen das Leben; so werden sie ermuntert und angeleitet, sich selbst, ihre Arbeiten und die ganze Schöpfung mit ihm darzubringen“ (PO, 5).

Grund für die aktive Teilnahme aller Gläubigen
Das besondere Priestertum der geweihten Amtsträger und das allgemeine Priestertum aller Gläubigen sind komplimentär, zugleich unterscheiden sie sich wesentlich (Lumen gentium, 10): Der Priester, der Christus das Haupt, sakramental vertritt, steht den Gläubigen als Hirte gegenüber. In der Feier der Messe leitet er „darum die Gläubigen an, die göttliche Opfergabe in der Messfeier Gott dem Vater darzubringen und mit ihr die Hingabe ihres eigenen Lebens zu verbinden“. Die Gläubigen fügen ihre Opfer des Alltags in das eucharistische Opfer, das der Priester Gott am Altar darbringt. Hierin liegt der eigentliche theologische Sinn der vom Konzil gewünschten „aktiven Teilnahme“ aller an den liturgischen Feiern, insbesondere der Feier des Messopfers. Sie ist Ausdruck des allgemeinen Priestertums der Getauften.

Stundengebet als Fortsetzung des eucharistischen Geheimnisses
Im Stundengebet (Breviergebet) setzen die Priester „das Lob und die Danksagung der Eucharistie zu den verschiedenen Tageszeiten fort“, lehren die Konzilsväter weiter. Wie alles Tun und Wirken der Kirche, ob im sakramentalen, im verkündigenden oder im karitativen Bereich, so ist die Eucharistie auch für das Breviergebet der Priester, die aufgrund ihrer Berufung und Weihe besonders dazu angehalten sind, Quelle und Höhepunkt.

Ehrfurcht vor den liturgischen Gegenständen
Neben der Verpflichtung zum Stundengebet (das die Priester nach den Vorgaben des Konzils nach wie vor in lateinischer Sprache verrichten sollen, vgl. Sacrosanctum Concilium Art. 101), werden im letzten Abschnitt des 5. Artikels weitere Pflichten der Priester genannt, die im engen Zusammenhang mit dem Heiligungsdienst, insbesondere der Feier der Eucharistie, stehen. So sollen die Priester dafür Sorge tragen, dass das Gotteshaus „schön“ und „geeignet zu Gebet und heiliger Handlung“ ist. Die Konzilsväter rufen in diesem Zusammenhang Worte des heiligen Hieronymus (Ep, 114, 2) in Erinnerung: „…den heiligen Kelchen und den heiligen Tüchern und den übrigen Dingen, die zum Kult der Herrenpassion gehören … kommt wegen ihrer Berührung mit Leib und Blut Christi des Herrn die gleiche erhabene Würde zu wie dessen Leib und Blut selbst“.

Eucharistische Anbetung
Das Gotteshaus ist nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil ein heiliger Ort, in dem „Hirten und Gläubige … mit dankbarem Herzen auf die Gabe dessen antworten, der durch seine Menschheit das göttliche Leben ständig den Gliedern seines Leibes mitteilt“ PO, 5). Diese dankbare Antwort geschieht außerhalb der Eucharistiefeier besonders in der Anbetung des Allerheiligsten Sakramentes. In einer Fußnote machen sich die Konzilsväter die diesbezügliche Aufforderung Papst Pauls VI. zu eigen, die dieser im Konzilsjahr 1965 in seiner Enzyklika Mysterium Fidei schreibt: „Außerdem sollen sie (die Priester) es nicht unterlassen, das Allerheiligste Sakrament, das an einem bevorzugten Ort und mit größter Ehrfurcht den liturgischen Gesetzen entsprechend aufzubewahren ist, tagsüber zu besuchen; eine solche Besuchugn ist ein Beweis der Dankbarkeit und ein Zeichen der Liebe und der schuldigen Vereherung gebenüber Christus dem Herrn, der hier gegenwärtig ist“ (in: AAS 57 [1965] 771.).

Liturgische Bildung der Priester
Schließlich erinnern die Konzilsväter die Priester an die liturgischen Bildung: „Die Priester mögen die Wissenschaft und die Praxis der Liturgie in rechter Weise pflegen, damit durch ihren liturgischen Dienst von den ihnen anvertrauten Gemeinden Gott, dem Vater, dem Sohn und dem Heiligen Geist, immer vollkommeneres Lob werde“ (PO, 5).

Presbyterorum Ordinis, Artikel 5. Deutscher und lateinischer Text
Gott, der allein Heilige und Heiligende, wollte sich Menschen gleichsam zu Gefährten und Helfern erwählen, daß sie dem Heiligungswerk demütig dienten. Darum werden die Priester von Gott durch den Dienst des Bischofs geweiht, um in besonderer Teilhabe am Priestertum Christi die heiligen Geheimnisse als Diener dessen zu feiern, der sein priesterliches Amt durch seinen Geist allezeit für uns in der Liturgie ausübt . In der Taufe führen sie die Menschen dem Volk Gottes zu; im Sakrament der Buße versöhnen sie die Sünder mit Gott und der Kirche; in der Krankensalbung richten sie die Kranken auf; vor allem in der Meßfeier bringen sie in sakramentaler Weise das Opfer Christi dar. In jedem Vollzug der Sakramente – so bezeugt es schon in der Urkirche der heilige Martyrer Ignatius – werden sie auf verschiedene Weise mit dem Bischof hierarchisch verbunden und machen ihn so in den einzelnen Gemeinschaften der Gläubigen gewissermaßen gegenwärtig.

Mit der Eucharistie stehen die übrigen Sakramente im Zusammenhang; auf die Eucharistie sind sie hingeordnet; das gilt auch für die anderen kirchlichen Dienste und für die Apostolatswerke. Die Heiligste Eucharistie enthält ja das Heilsgut der Kirche in seiner ganzen Fülle, Christus selbst, unser Osterlamm und das lebendige Brot. Durch sein Fleisch, das durch den Heiligen Geist lebt und Leben schafft, spendet er den Menschen das Leben; so werden sie ermuntert und angeleitet, sich selbst, ihre Arbeiten und die ganze Schöpfung mit ihm darzubringen. Darum zeigt sich die Eucharistie als Quelle und Höhepunkt aller Evangelisation: die Katechumenen werden allmählich zur Teilnahme an der Eucharistie vorbereitet, die schon Getauften und Gefirmten durch den Empfang der Eucharistie ganz dem Leib Christi eingegliedert.

Die Zusammenkunft zur Feier der Eucharistie, der der Priester vorsteht, ist also die Mitte der Gemeinschaft der Gläubigen. Die Priester leiten darum die Gläubigen an, die göttliche Opfergabe in der Meßfeier Gott dem Vater darzubringen und mit ihr die Hingabe ihres eigenen Lebens zu verbinden. Sie unterweisen sie im Geist Christi des Hirten, ihre Sünden reumütig der Kirche im Sakrament der Buße zu unterwerfen, so daß sie sich ständig mehr zum Herrn bekehren, eingedenk seines Wortes: “Tut Buße, denn das Himmelreich ist nahe herbeigekommen” (Mt 4,17). Sie lehren sie ebenso, an den Feiern der heiligen Liturgie so teilzunehmen, daß sie dabei zu einem echten Gebet kommen; sie führen sie zu immer vollkommenerem Gebetsgeist, der sich entsprechend den Gnaden und Erfordernissen eines jeden im ganzen Leben auswirken muß; sie halten alle an, ihre Standespflichten zu erfüllen, und laden die Fortgeschrittenen ein, die evangelischen Räte in einer Weise, die jedem angemessen ist, zu befolgen. So lehren sie die Gläubigen, in Lobgesängen und geisterfüllten Liedern dem Herrn in ihren Herzen zu singen und Gott dem Vater immerdar Dank zu sagen für alles im Namen unseres Herrn Jesus Christus.

Die Priester selbst setzen das Lob und die Danksagung der Eucharistie zu den verschiedenen Tageszeiten fort, wenn sie das Stundengebet verrichten, in dem sie im Namen der Kirche Gott für das ganze ihnen anvertraute Volk, ja für die ganze Welt bitten.

Das Gotteshaus, in dem die Heiligste Eucharistie gefeiert und aufbewahrt wird, in dem die Gläubigen sich versammeln und die Gegenwart des auf dem Opferaltar für uns dargebrachten Erlösers zur Hilfe und zum Trost der Gläubigen verehrt wird, soll schön sein, geeignet zu Gebet und heiliger Handlung. Hirten und Gläubige sollen in ihm mit dankbarem Herzen auf die Gabe dessen antworten, der durch seine Menschheit das göttliche Leben ständig den Gliedern seines Leibes mitteilt. Die Priester mögen die Wissenschaft und die Praxis der Liturgie in rechter Weise pflegen, damit durch ihren liturgischen Dienst von den ihnen anvertrauten Gemeinden Gott, dem Vater, dem Sohn und dem Heiligen Geist, immer vollkommeneres Lob werde.
http://www.kathnews.de/vatikanum-ii-die-...lichen-dienstes

traudel

   

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