Vincent Lambert: Französische Ärzte verweigern Euthanasie

#1 von Traudel , 25.07.2015 09:14

Vincent Lambert: Französische Ärzte verweigern Euthanasie

Fortsetzung der Versorgung beschlossen
Von Redaktion

Rom, 24. Juli 2015 (ZENIT.org)
Vincent Lambert, der französische Krankenpfleger, der 2008 nach einem schweren Unfall in einen Dämmerzustand verfiel, wird weiter am Leben gehalten. Diese Entscheidung gaben am Donnerstag die Ärzte von den Universitätskliniken (Centre Hospitalier Universitaire/CHU) von Reims bekannt, wo der Mann vor sieben Jahren eingeliefert wurde. Sie haben zudem die Staatsanwaltschaft aufgefordert, einen Rechtsvertreter für Lambert zu ernennen.

Die Familie des Mannes ist gespalten: Auf der einen Seite stehen die Eltern, vor allem die Mutter, die mit der Behandlung fortfahren möchte, auf der anderen Seite seine Frau und sechs von acht seiner Geschwister, die darum bitten, die Behandlung zu stoppen. Anfang Juni gab der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg grünes Licht für die Unterbrechung der künstlichen Ernährung und Flüssigkeitszufuhr von Lambert. Dieser folgte dem Wunsch seiner Frau Rachel und dem des französischen Staatsrats, der die Maßnahmen für rein lebensverlängernd hält. Das Urteil wurde jedoch von den Eltern in Frage gestellt, die auch ein Video gedreht haben, um zu zeigen, wie Vincent auf Stimulation seiner Lieben reagiert. Die Entscheidung über die Fortsetzung der künstlichen Ernährung des Patienten liegt nun beim französischen Gesundheitsminister Marisol Touraine.

Das Gesetz über das Ende des Lebens in Frankreich aus dem Jahr 2005 verhindert aktive Sterbehilfe, aber lehnt auch rein lebensverlängernde Maßnahmen ab. Der Fall von Lambert ist etwas heikel, weil er sich in einem Zustand des „minimalen Bewusstseins“ befindet, der noch keinen vegetativen Zustand darstellt. Lambert fühlt Schmerz, kann schlucken und bewegt die Augen.

Der Präsident der Stiftung Jérôme Lejeune, Jean-Marie Le Méné, der die Eltern in Reims unterstützte, reagierte auf die Ankündigung der Ärztin Daniela Simon: „Wir freuen uns über die Entscheidung von Dr. Simon, die künstliche Ernährung von Vincent nicht einzustellen.“ Die Wende im Fall lasse aufatmen, da der Patient nun nicht in den nächsten Tagen dem Tod überlassen werde.

Msgr. Ribadeau Olivier Dumas, Generalsekretär und Sprecher der französischen Bischofskonferenz, plädierte im Namen der Bischöfe für Feingespür, Mäßigung und Diskretion. Die Hirten riefen darüberhinaus die Christen dazu auf, für Vincent Lambert und seine Familie zu beten, sowie für diejenigen, die in diesem Fall zu entscheiden hätten. (mk)

 
Traudel
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